Die Ursprünge der Eroberung des Weltraums (1945 - 1969)
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Die „Weitergabe des Wissens“

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte ein beachtlicher Wissenstransfer: Die Sieger, d.h. Amerikaner, Sowjets, Franzosen und in geringerem Maße auch die Briten traten das Erbe von Peenemünde an.

Alle großen zivilen und militärischen Programme, die zur Zeit des Kalten Krieges in der Raumfahrt begonnen wurden, stützten sich auf die technischen Grundlagen, die von Braun und seine Mitarbeiter von 1936 bis 1945 gelegt hatten.

Tatsächlich waren alle militärisch genutzten ballistischen Raketen und alle Trägerraketen für die Raumfahrt in den 50er und 60er Jahren direkte Nachfolger der V2.

Wernher von Braun (in der Mitte) beim Apollo-Programm
in den 60er-Jahren.

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Die Kraftprobe der beiden Großmächte

Start einer Saturn V-Rakete (1969), NASA-Foto

Während des gesamten Kalten Krieges basierte die Militärstrategie der beiden sich gegenüberstehenden Imperien USA und Sowjetunion auf dem teuflischen Gespann aus Atombombe und ballistischer Rakete.

Ab 1955 waren die Territorien der beiden „Großen“ ständig verwundbar: Die Flugzeit einer Interkontinentalrakete betrug ca. 30 Minuten. U-Boote, die unaufhörlich im Einsatz waren, transportierten Wasser-Boden-Raketen mit atomaren Sprengköpfen.

Das Gleichgewicht des Schreckens

Mit der Raketenkrise von Kuba im Jahr 1962 erreichte die Bedrohung für die gesamte Menschheit ihren Höhepunkt.

Paradoxerweise führte diese Krise zu einer neuen Phase in den Beziehungen zwischen den beiden Blockmächten USA und Sowjetunion:
Die „friedliche Koexistenz“ beruhte auf dem neuen Prinzip der „Abschreckung durch garantierte, gegenseitige Vernichtung“, d.h. auf einem „Gleichgewicht des Schreckens“.

Der Kampf zwischen den beiden Großmächten verlagerte sich allmählich auf ein friedliches Gebiet. Die Propaganda bemühte sich, die Überlegenheit des eigenen ideologischen Systems zu beweisen, indem sie die technologischen Erfolge bei der Eroberung des Weltraumes rühmte.

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Der Wettlauf zur Heldentat

Bis 1965 war die Sowjetunion den USA immer einen Schritt voraus. Sie schickte 1957 den ersten künstlichen Satelliten Sputnik in die Erdumlaufbahn, später mit Jurij Gagarin den ersten Menschen ins All (1961).

Der erste Mann auf dem Mond
(1969), NASA-Foto.

Aber die NASA stützte sich auf die herausragenden Forschungskapazitäten der amerikanischen Spitzenindustrie und führte systematisch ihre Programme zur Vorbereitung des ersten bemannten Flugs zum Mond durch (Mercury, Gemini), um so das Ziel zu erreichen, das Präsident Kennedy 1961 den Sowjets und seinem eigenen Volk genannt hatte.

Das Apollo-Programm profitierte vom außerordentlichen Erfolg der Technologien, die Teil der so genannten dritten industriellen Revolution waren (Elektronik, Informatik, Telekommunikation).

Die Gruppe um Wernher von Braun entwickelte die gigantische Saturn V-Rakete, mit der das Raumschiff für die Reise zum Mond auf die Erdumlaufbahn befördert wurde. Im Übrigen hatte von Braun trotz seiner früheren Zugehörigkeit zur NSDAP im Jahr 1955 die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten.

Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. Dieses Datum wird auch weiterhin als eines der bedeutendsten im 20. Jahrhundert gelten.

 

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